Q&A – Fragen und Antworten

Hier beantworten wir häufige Fragen.

Ist das neue Stadtviertel Lichtenreuth wirklich fußgänger- und fahrradfreundlich?

Ja. Dem Kfz-Verkehr wird im Stadtbild von Lichtenreuth nur eine untergeordnete Rolle zugestanden. So gilt eine Tempo-30-Zone im gesamten Gebiet, die stark reduzierte Zahl von Pkw-Stellplätzen entlang der Erschließungsstraßen schaffen Raum für Fußgänger, eine intensive Begrünung von Straßenräumen sowie die zwingende Vorgabe, private Stellplätze ausschließlich in Tiefgaragen vorzusehen ebenfalls. Über das gesamte Gebiet werden zudem fünf Standorte mit Leih-Pkw (Carsharing) verteilt werden. Entlang fast aller Straßen ist die Errichtung beidseitiger Gehwege vorgesehen. Die Ausnahme bildet hier die Brunecker Straße, für welche nur westlich ein Fußweg geplant ist und die Parkstraßen, für welche nur jeweils entlang der Wohngebiete ein Fußweg vorgesehen ist. Der gegenüberliegende Fußweg verläuft dann innerhalb der Grünfläche des Parks und ist konzeptionell nicht mehr Bestandteil der Verkehrsfläche. Als Nord-Süd-Achse für den Radverkehr ist ein Radweg entlang der Brunecker Straße geplant. Die Detailplanung hierzu erfolgt im Zuge der Erschließungsplanung bzw. der weiteren Planungen im Rahmen der Gesamtentwicklung. Für alle sonstigen Straßen sind keine expliziten Radwege oder -streifen in den Straßen geplant. Hier ist generell die Führung des Radverkehrs auf der Fahrbahn vorgesehen - bei Tempo-30. Nördlich und südlich des zentralen öffentlichen Parks sind die Hauptradverbindungen im Gebiet angedacht, welche das Gebiet von Ost nach West erschließen und mittelfristig somit die Verbindungslücke zwischen Hasenbuck und Münchener Straße / Volkspark Dutzendteich / Langwasser schließen sollen. Diese Verbindungen entlang des Parks sind in den wesentlichen Bereichen als ausschließliche Fuß- und Radwege vorgesehen. Innerhalb der öffentlichen Parkanlage ist die Entwicklung eines Fußwegenetzes vorgesehen. Der derzeitige Planungsstand des Parkentwurfs wurde hierzu im Bebauungsplan hinweislich dargestellt. Im Zuge der Freiraumplanung werden die bislang als Hinweis enthaltenen Wege in ihrer Dimension und genauen Verläufe konkretisiert. Im Fokus steht hier die Ost-West-Verbindung für den Lückenschluss Hasenbuck-Volkspark Dutzendteich sowie die Nord-Süd-Verbindung zur fußläufigen Verbindung der nördlich und südlich des Parks gelegenen Wohngebiete. Die über den Geltungsbereich des BP Nr. 4635 hinausgehende planungsrechtliche Sicherung dieser Freiraumverbindung erfolgt im Rahmen der weiteren Teil-Bebauungspläne, die aus dem Rahmenkonzept des BP Nr. 4600 „Brunecker Straße“ herausgelöst werden. An das übergeordnete Fuß- und Radwegesystem ist das Plangebiet bzw. das Gesamtgebiet „Brunecker Straße“ insbesondere über die Münchener Straße angebunden. Im Gebiet wird es zahlreiche Fahrradstellplätze, privat wie öffentlich geben. Diese sind im derzeitigen Planungsstand schlicht noch nicht im einzelnen erkennbar, jedoch planerisch verankert.

Ich interessiere mich für eine Wohnung / ein Grundstück / ein Haus auf dem Areal. An wen wende ich mich?

Wir stecken noch mitten im Planungsprozess. Im Verlauf des Jahres 2019 sollen sowohl der Bebauungsplan für das Modul I (Südlicher Hasenbuck) als auch für das Modul II (nördlich Park) zur Satzung erhoben werden. Dann besteht Baurecht, so dass wir mit Bauanträgen in die Realisierung starten können. Wir bitten daher noch um etwas Geduld. Selbstverständlich geben wir den Vermarktungsstart auch an dieser Stelle rechtzeitig bekannt.

Lichtenreuth – woher kommt der Name?

Das ehemalige Güterbahnhofareal an der Brunecker Straße in Nürnberg hat einen neuen Namen erhalten: Lichtenreuth. Die Eigentümerin, die Aurelis Real Estate Service GmbH (Aurelis), orientiert sich mit dem Namen Lichtenreuth an der historischen Stadtentwicklung. So befindet sich das Areal auf dem Gebiet des ehemaligen Forstbezirks Lichtenhof, der 1358 erstmalig erwähnt wird. Der Namensbestandteil „-reuth“ weist auf eine Rodung hin und findet sich auch in zahlreichen anderen Nürnberger Stadtteilnamen wie Großreuth, Kleinreuth oder Sandreuth wieder. Mit dem neuen Namen will Aurelis individuell auf den Charakter des Standorts Nürnberg eingehen. Außerdem möchte Aurelis deutlich machen, dass hier ein neuer Stadtteil von Nürnberg entsteht, der harmonisch in die Stadt integriert wird. Bewusst wurde auf so gängige Verkaufsnamen wie Quartier oder Karrée verzichtet.

Gibt es auf dem Gelände noch Altlasten?

Aufgrund der jahrzehntelangen gewerblichen Nutzung des Areales liegen in Teilbereichen der Fläche Boden- und Grundwasserbelastungen vor, die im Rahmen zahlreicher Untersuchungskampagnen umfassend untersucht und räumlich eigegrenzt wurden. Dabei wurden mehr als 1.000 Analysen durchgeführt. Bereiche mit hohen Schadstoffbelastungen wurden bzw. werden bereits (im Auftrag der Vorbesitzerin, der Deutschen Bahn AG) umfassend in enger Abstimmung mit dem Umweltamt der Stadt Nürnberg nachhaltig saniert. Zur Schaffung gesunder Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem gesamten Areal wird im Rahmen der Flächenentwicklung eine umfassende Entfernung von belasteten Bodenschichten erfolgen. Damit wird sichergestellt, dass bei der angestrebten Umnutzung später keinerlei Beeinträchtigungen oder Einschränkungen der Umwelt sowie der künftigen Einwohner und Nutzer des Areals mehr gegeben sind. Die Aushubarbeiten zur Entfernung der belasteten Bodenschichten werden unter der Begleitung eines Kampfmittelgutachters erfolgen, so dass bei Auffinden eventueller Munitionsreste der Kampfmittelräumdienst des Bayerischen Innenministeriums diese ordnungsgemäß räumen kann. Nach Durchführung der Bodenaushubmaßahmen wird deshalb das Areal frei von Kampfmitteln sein. Alle Arbeiten werden durch erfahrene Altlastensachverständige in enger Abstimmung mit den zuständigen Umweltbehörden (z.B. Umweltamt, Wasserwirtschaftsamt, Gesundheitsamt etc.) geplant, überwacht und dokumentiert.

Wie geht es denn jetzt auf dem Lichtenreuth-Areal weiter?

Derzeit werden Flächennutzungs- und Bebauungspläne für das Gesamtareal sowie das Modul I überarbeitet. Im Herbst 2015 wurde dies vom Stadtrat eingeleitet, nachdem der städtebauliche und landschaftsplanerische Wettbewerb entschieden wurde. Das Beratergremium hat sich einstimmig für den Entwurf des Rotterdamer Büros West 8 entschieden. Dieser ist Grundlage für die im Herbst 2016 gestartete städtebauliche Rahmen- und Bebauungsplanung, also die Anpassung des Flächennutzungsplans für das Areal – parallel zu einem Bebauungsplanverfahren. In Teilbebauungsplänen sollen dann einzelne Bereiche des rund 100ha großen Gebiets überplant werden. Der erste ist derjenige für das Modul I, das im Westen an den Hasenbuck anschließt. Dieser soll im Jahr 2019 als Satzung beschlossen werden. Dann kann gebaut und entwickelt werden. Selbstverständlich wird es in diesem Prozess weiterhin umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung geben. Für die neue Universität wird es einen städtebaulichen Wettbewerb geben. Das verbleibende Modul nördlich des großen Parks wird ebenfalls an die Änderungen angepasst werden und dann neu überplant.

Wieso konnten erst 2014 die nächsten Schritte für das Areal an der Brunecker Straße beschlossen werden?

Bei dem Areal an der Brunecker Straße handelt es sich um eine Fläche von fast 900.000 Quadratmetern. Zusammen mit den Flächen der Stadt Nürnberg sind es sogar insgesamt rund 100 Hektar. Damit handelt es sich aktuell um eine der größten deutschen Projektentwicklungen. Die Probleme und Herausforderungen, die vor einer konkreten Planung dieser Größe bewältigt werden müssen, sind höchst komplex: Verkehrsführung, Lärmentwicklung, Bodenbelastung, Bestandsschutz für bestehende Gewerbebetriebe, Vorgaben durch umliegende Bebauung wie Wohnen oder Bahngelände, Messe und Straßen. Bereits im Vorfeld mussten viele Arbeiten erledigt werden und eine Abstimmung mit der Stadt Nürnberg erfolgen. Insgesamt hat dies viel Zeit in Anspruch genommen. Der nun gefundene Kompromiss der schrittweisen Entwicklung in Abschnitten stellt dabei eine Lösung dar, mit der alle Beteiligten gut leben können. Im April 2014 konnte eine Rahmenvereinbarung zwischen Aurelis und der Stadt Nürnberg geschlossen werden.