ZUM PLANUNGSSTAND

  ZUM PLANUNGSSTAND  

Aktuelle Entwicklungen

Ziel der Planung war die Schaffung von Wohnraum für ca. 6.000 Einwohner (ca. 80 % im Geschosswohnungsbau) und von Gewerbeflächen sowie die Gestaltung von ca. 30 ha öffentlichen Grün- und Freiflächen (Park- und Ausgleichsflächen, Quartiersplätze). Darüber hinaus sollten Flächen für soziale Infrastruktur (u.a. Kindertagesstätten, Schulen) sowie für Einzelhandel und gastronomische Nutzungen eingerichtet werden. Nach der Entscheidung des Freistaats Bayern, auf dem Areal eine Universität anzusiedeln, wurde die Planung in Teilen angepasst.

So werden die Universität und ergänzende Einrichtungen auf einer 37 ha großen Fläche angesiedelt, die bisher für Gewerbe vorgesehen war. Voraussichtlich 2019 wird der Freistaat dafür einen städtebaulichen Wettbewerb durchführen.

Auch der Verlauf der zukünftigen Straßenbahnlinie ist an die künftige Hochschulnutzung anzupassen. Die Erschließung für den motorisierten Verkehr der Universität wird über zwei Knotenpunkte an der Münchener Straße erfolgen.

Das Modul II soll nun als weiteres Wohnquartier unabhängig von der universitären Nutzung entwickelt werden.

Für das westlich anschließende Railportareal wird eine neue direkte Erschließung zur Münchener Straße vorgesehen.

Unberührt von diesen Anpassungen bleibt das laufende Bebauungsplanverfahren Nr. 4635 „Südlicher Hasenbuck“ für das Modul I.

Verfahren

Um den Wettbewerbsentwurf des Büros West 8 planungsrechtlich umzusetzen, sind die Änderung des im Jahr 2006 wirksam gewordenen Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan (FNP) sowie die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich. Die Aufstellung wurde am 28.4.2016 vom Stadtrat beschlossen. Der Bebauungsplan (BP) 4600 „Brunecker Straße“ umfasst hierbei den gesamten Entwicklungsbereich mit einer Fläche von ca. 100 ha zwischen der Ingolstädter Straße, der Münchener Straße, der Bauernfeindstraße sowie nordöstlich der Trasse der U-Bahnlinie 1/11. Für den Bebauungsplan wurden auf Grundlage der beiden Entwurfsvarianten (Wohnen bzw. Gewerbe in Modul IV) aus dem Wettbewerb im Juni 2016 die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung gemäß § 3 Abs.1 BauGB sowie die frühzeitige Behördenbeteiligung gemäß § 4 Abs.1 BauGB durchgeführt.

Da sich die städtebaulichen Parameter durch die Ansiedlung der Universität ändern, bleibt es weiter sinnvoll, die planungsrechtliche Umsetzung des BP 4600 „Brunecker Straße“ modulweise in Form von separaten Teilbebauungsplänen und entsprechenden städtebaulichen Verträgen fortzuführen.

Als erstes Teilmodul wird der Bereich des Moduls I mit dem Teilbebauungsplan Nr. 4635 „Südlicher Hasenbuck“ planerisch umgesetzt. Dieser Bereich soll vorwiegend dem Wohnen und der notwendigen quartiernahen Versorgung der künftigen Bewohner dienen. Zu diesem Bebauungsplanverfahren wurde im Januar 2018 die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange nach § 4 Abs. 2 BauGB abgeschlossen. Der Bebauungsplanentwurf wurde am 7.11.2018 vom Stadtrat gebilligt. Die Bürgerbeteiligung, das sogenannte Verfahren nach §3 Abs. 2 BauGB, erfolgte vom 6.12.2018 bis 17.1.2019. Der Satzungsbeschluss ist für Frühjahr 2019 vorgesehen.

Ein weiteres Teilmodul für den Bereich des Moduls II mit dem Teilbebauungsplan Nr. 4652 „Ingolstädter Straße“ soll ab 2019 neu geordnet werden. Es wird ein „Urbanes Gebiet“ gem. § 6a BauNVO angestrebt, also eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen.


Abb. 5: Gesamtareal

GRUNDSATZÜBERLEGUNGEN ZUM AREAL

  GRUNDSATZÜBERLEGUNGEN ZUM AREAL  

Die Grundsatzüberlegungen

Die Planungen sehen zwei große Freiräume vor. Der südliche Freiraum soll als naturnahes Grün (Lichtenreuth naturnah) weitgehend aus einer Nutzung herausgenommen werden. Der große Park im Norden des Plangebiets soll dafür den Bewohnern des Stadtteils als lebendige Quartiersmitte zur Verfügung stehen. So kann für Natur und Mensch der größte Nutzen erreicht werden.

Das vorgesehene Erschließungsnetz spielt eine wichtige Rolle – für alle Verkehrsarten. Mit den vorgesehenen Rad- und Fußwegen wird eine sinnvolle Durchlässigkeit des Gebiets angestrebt. Motorisiertem Verkehr hingegen ist eine Querung von Ost nach West und umgekehrt nicht möglich. Gleichzeitig werden Doppelerschließungen weitgehend vermieden. Der Öffentliche Nahverkehr mit Bus- und Trambahn sowie den bestehenden U-Bahn-Halten spielt eine zentrale Rolle für die verkehrliche Erschließung.

Für das Modul I und das Modul II ist in der Rahmenplanung eine ausreichend hohe städtebauliche Dichte vorgesehen, um die gewünschten urbanen Quartiere entstehen zu lassen.

Zusammenfassung Regelwerk

Ziel der Planungen ist ein gemischtes Quartier, das neben zusätzlichem Wohnraum für Nürnberg auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze sowie Nahversorgungseinrichtungen für die umgebenden Siedlungen schafft. Eine zusätzliche Herausforderung bringt die im Süden des Areals neu entstehende Universität mit sich.

Das neue Quartier Lichtenreuth wird dabei als Ergänzung der heute schon bestehenden Wohnsiedlungen verstanden. Seine Erscheinung ist gleichzeitig eigenständig und vielfältig. Die vorgesehene heterogene Gebäudestruktur hilft dabei, Lichtenreuth wie selbstverständlich in seine Nachbarschaft einzubinden.

Um diese übergeordneten Ziele des Rahmenplans zu erreichen, werden die Erläuterungen, Konzepte und Bausteine des städtebaulichen Entwurfs neben dem Rahmenplan in einem Regelwerk zusammengefasst. Ziel des Regelwerks ist es, bei der Erschließung sowie den Hochbaumaßnahmen die städtebaulichen Leitideen zu verwirklichen und den ersten Realisierungsabschnitt, genannt Modul I, als kohärentes und harmonisches Ensemble entstehen zu lassen. Die Rahmenplanung und das Regelwerk formulieren allgemeingültige Gestaltungsprinzipien für Gebäude und private Freiflächen und sollen damit als Leitfaden bei der baulichen Umsetzung der Planungen dienen. Die Planungen für das Modul II sollen sich ab 2019 dann ebenfalls in diesem Regelwerk wiederfinden.

MODUL I „SÜDLICHER HASENBUCK“

  MODUL I „SÜDLICHER HASENBUCK“  

Das Modul I – Hasenbuck-Süd im Überblick

Das Planungsgebiet des Moduls I teilt sich in zwei Teile. Der eine Teil ergänzt die bestehende Wohnsiedlung Hasenbuck. Im Süden wird das Modul durch die U-Bahn-Trasse begrenzt. Der zweite Teil liegt südlich der Brunecker Straße und nördlich des Rangierbahnhofs. Dieser Teil wird naturbelassenes Grün und integriert einen Teil der natur- und artenschutzrechtlichen Ausgleichsfläche.

Im Modul I sind Grünverbindungen und Maßnahmen zum Schutz der Wohnnutzung vor Verkehrs- und Gewerbelärm vorgesehen. Planungsziel ist außerdem, eine breite Vielfalt an unterschiedlichen Wohnformen im Eigenheim- und Geschosswohnungsbau zu schaffen. Für die geplanten rund 1.500 Wohneinheiten werden Kinderkrippen, -gärten und Hort sowie eine Grundschule genauso wie notwendige Nahversorgungseinrichtungen geplant. Der neue Stadtteilpark soll dabei dir Lebensqualität für das neue Areal und für die bestehenden angrenzenden Wohngebiete steigern sowie die übergeordneten Grün- und Freiraumverbindungen zwischen dem Hasenbuck und dem Dutzendteich herstellen.

Modul I – Gebäude im Wohnviertel

Ein tragender Gedanke des städtebaulichen Konzepts im Rahmenplan ist die Bebauung der Quartiere mit Einzelgebäuden. Dieses Prinzip sollte auch bei der Bebauung größerer Parzellen beachtet werden. An städtebaulich besonderen Orten sind zudem Gebäudetypen vorgesehen, die in ihrer architektonischen Erscheinungsform hervorgehoben sind. Somit kommt dem einzelnen Gebäudetypus eine besondere Bedeutung zu: zum einen wegen der gewünschten großen Vielfalt an Gebäudetypen im Plangebiet, zum anderen aufgrund der entstehenden Raumwirkung. Im Wohnviertel wird ebenfalls eine natürlich wirkende Komposition unterschiedlicher Baukörper angestrebt. Das geplante Angebot an Gebäudetypen erstreckt sich von Stadt- und Reihenhäusern bis hin zu Geschosswohnungsbauten, geschlossenen Baublöcken und Sonderfunktionen. In der Schemadarstellung sind die unterschiedlichen denkbaren Gebäudetypen dargestellt.

Modul I – Erschließung

Jedes Modul ist eigenständig und selbständig erschlossen. Die Erschließung von Modul I ist über zwei Knotenpunkte, einmal Ingolstädter Straße/Nerzstraße, einmal Ingolstädter Straße/Brunecker Straße geplant. Gebietsfremder Durchgangsverkehr wird dabei vermieden. Die Brunecker Straße wird erhalten und für die Erschließung des Moduls I von Osten genutzt. Die innere Erschließung erfolgt über eine Ringsammelstraße, von der jeweils weitere Quartiersstraßen abgehen.

Das Areal ist im Westen an den bestehenden U-Bahnhof „Hasenbuck“ angebunden. Ein zusätzlicher Zugang zum U-Bahnhof könnte im Bereich des geplanten Quartiersplatzes am Eingang der Nerzstraße umgesetzt werden. Östlich des Plangebiets ist die Verlängerung der Straßenbahnlinie 7 geplant. Rad- und Fußwege stellen wichtige Bestandteile der Verbindungsachsen innerhalb des Areals und vor allem im Stadtteilpark dar.

Modul I – Park- , Spiel- und Grünflächen

Wesentlicher Bestandteil des städtebaulichen Konzepts ist die Schaffung eines hohen Freiflächenanteils. Im Zentrum steht hierbei ein großer öffentlicher Park. Allein schon im Modul I wird ein rund 2,5 ha großer Park entstehen, der sowohl zur aktiven Nutzung als auch zur Erholung einlädt.
Ein Spielraumkonzept wird dafür sorgen, dass alle erforderlichen Spielflächenbedarfe innerhalb der öffentlichen Grünflächen passend angeordnet werden können. So wechseln sich intensiv genutzte Flächen und ruhigere Bereiche im Verlauf der Grünfläche ab. Ein Schulspielplatz sowie ein Nachbarschaftsspielplatz im Süden ergänzen das Angebot.
Eine starke Durchgrünung findet sich auch im Straßenraum.
Die bestehende Kleingartensiedlung am südlichen Ende der Brunecker Straße wird erweitert. Sie ist in den Bebauungsplan einbezogen und so langfristig gesichert.
„Lichtenreuth naturnah“, ein rund 8 ha großer naturbelassener Bereich im Süden des Gesamtareals dient dem ökologischen Ausgleich und dem Artenschutz. Es werden überwiegend Offenlandstrukturen mit Trockenrasen sowie einzelnen Großbäumen und Gebüschen wiederhergestellt bzw. neu geschaffen.

MODUL II „LICHTENREUTH-NORD“

  MODUL II „LICHTENREUTH NORD“  

Was ist geplant?

Die aktualisierte Rahmenplanung zur Nutzungskonzeption in Modul II sieht eine urbangemischte Wohnbebauung vor. Es wird ein „Urbanes Gebiet“ gemäß § 6a BauNVO angestrebt, also eine Mischung aus Wohnen, Gewerbe sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen.

Die Erschließung des Moduls II erfolgt über die Ingolstädter Straße. Die Straßenbahnlinie 7 wird parallel zur Brunecker Straße Richtung Süden verlaufen. Eine Fortführung des Parks aus Modul I mit rund 8 ha Größe lässt intensive Nutzungen zu und bindet sowohl die Wohngebiete in Modul I als auch in Modul II an den Volkspark Dutzendteich an. Die Entwicklung des Moduls II soll Anfang 2019 mit der Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 4652 „Ingolstädter Straße“ beginnen.


Abb. 15: Plan zu Modul II

MODUL „UNIVERSITÄT“

  MODUL „UNIVERSITÄT“  

Die neue Technische Universität Nürnberg

Am 2. Mai 2017 wurde in der Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung der Beschluss zur Entwicklung einer eigenständigen universitären Einrichtung in Nürnberg getroffen. Damit rückten die bislang für eine gewerbliche Nutzung vorgesehenen Flächen östlich und südlich der Brunecker Straße in den Fokus. Für die Realisierung der neuen Universität hat der Freistaat Bayern rund 37 ha Fläche von Aurelis erworben. An diesem Standort sollen künftig technische Studiengänge für rund 6.000 Studierende angeboten werden.

Die Module I und II des geplanten Quartiers sowie die bisher vorgesehenen Grün- und Parkflächen sind von diesem Vorhaben nicht berührt.

Abb. 16: Gesamtareal

GRÜNFLÄCHENKONZEPT

  GRÜNFLÄCHENKONZEPT  

Grünflächenkonzept und Park im Gesamtareal

Zentrales Element der Planungen des neuen Stadtteils Lichtenreuth ist ein Park, der sich von West nach Ost durch das gesamte Areal zieht und sich zum Volkspark Dutzendteich hin öffnet. Die Grüne Mitte im Westen mit Spielplätzen und die mit Bäumen bestandenen Rasenflächen dienen vor allem als Nachbarschaftstreff und der Quartiersbildung. Ein Aktivpark im Osten bietet Raum für sportliche Aktivitäten und soll quartiersübergreifend genutzt werden. Grünflächen im Süden dienen dem ökologischen Ausgleich und dem Artenschutz.

Der erste Abschnitt des Parks westlich der Brunecker Straße ist Teil des Moduls I und des Bebauungsplans Nr. 4635. Dieser Park wird vsl. bereits ab 2020 im Zuge der Erschließungs- und Hochbaumaßnahmen des Moduls I realisiert. Die Umsetzung des westlichen Bereichs des Parks erfolgt im Zuge der Planungen des Moduls II.

Abb. 17: Gesamtansicht Park, Modul I und II
Lichtenreuth lebt von einem Netzwerk an grünen Straßenzügen und Parkflächen. Es ist ausdrückliches Ziel der Planung, dass die Freiraumgestaltung der einzelnen Baufelder sich voneinander unterscheidet.

Dennoch ergeben die Baufelder zusammen eine Einheit, für die in der Rahmenplanung übergeordnete Prinzipien definiert wurden. Sie gelten vom weitgehend ungestörten Naturraum (Lichtenreuth naturnah) im Süden über den großzügig, intensiv genutzten Park im Norden bis hin zum grün gesäumten Boulevard oder grünen Plätzen. Hinzu treten private Flächen wie Gärten, Vorgärten oder Kleingärten bzw. Sondergrünflächen.

Abb. 18: Park Modul I von Osten

LICHTENREUTH NATURNAH

  LICHTENREUTH NATURNAH  

Lichtenreuth naturnah

Die Vegetationsentwicklung auf dem ehemaligen Südbahnhofareal ist geprägt durch sehr nährstoffarme Bodenverhältnisse, die frühere Nutzung und die vorhandenen Samenquellen. Magerrasen und Ruderalfluren, also Böden, die sich aus Brachland heraus entwickeln, verändern sich durch aufkommende Gehölze relativ schnell. So hat in den vergangenen Jahren die Verbuschung stark zugenommen. In Teilen ist bereits von einer Waldentwicklung zu sprechen. Die Bedeutung dieser Vegetationen ist unterschiedlich groß, besonders im Bereich von „Lichtenreuth naturnah“ aber besonders hoch.

„Lichtenreuth naturnah“, aber auch Teile der Parkflächen spielen für eine ökologisch ausgerichtete Grünplanung eine große Rolle. Insbesondere „Lichtenreuth naturnah“ ist für eine ausgleichswirksame, ökologische Aufwertung geeignet, standortgerechte Vegetationstypen können dort ausgedehnt werden. Diese Fläche wird vor Nutzungsdruck weitgehend bewahrt.

Abb. 19
Abb. 20

ARTENSCHUTZ

  ARTENSCHUTZ  

Konzept Artenschutz

In einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung wurden die Auswirkungen der städtebaulichen Planungen auch auf Tierarten umfassend geprüft. Das Ergebnis ist ein Programm von rund 20 Maßnahmen, eine davon ist die Schaffung von Ersatzlebensräumen für Zauneidechsen. Die Flächen wurden vertraglich zugesichert und umfassen rund 20 ha. Das dafür vorgesehene Gelände im Dürrenhembacher Wald in der Gemeinde Schwarzenbruck (Wald der Eigentümerfamilie Faber-Castell) weist bereits heute gute Voraussetzungen auf: sandige Böden, zum Teil spärliche Bodenvegetation, Besonnungsfächen und bereits vorhandene Populationen. Darauf aufbauend sollen weitere Maßnahmen zur Optimierung der Lebensräume für die Zauneidechse ergriffen werden. Dazu gehören die Schaffung von kleinen Lichtungen, das Freistellen von vorhandenen Geländekanten und Dünen-Strukturen, die Öffnung von Bodenstrukturen und die Förderung des Lebensraumverbundes sowie die Vernetzung der Teilhabitate. Man spricht hier von der Herstellung sogenannter Patches oder auch offener Inseln.

Diese Maßnahmen sind mit dem bereits heute auf der Fläche vorhandenen Vogelschutzgebiet gut vereinbar. Die Umsetzung erfolgt außerhalb der Brutzeiten geschützter Vogelarten.

Abb. 21

HISTORIE DER PLANUNG

  HISTORIE DER PLANUNG  

Ausgangssituation und allgemeine Informationen


Anlass
Die Aurelis Real Estate Service GmbH war Eigentümerin von ca. 90 ha im rund 100 ha großen Planungsgebiet des ehemaligen Güterbahnhofs. Die Güter- und Transportlogistik der Deutschen Bahn wurde verlagert, und die Gleisanlagen sind nahezu vollständig zurückgebaut. Diese innerstädtische Brache mit noch einigen wenigen Hallen und Gewerbebetrieben soll zu einem lebendigen Teil Nürnbergs werden.

Zielsetzung
Gemeinsam mit der Stadt Nürnberg hat Aurelis die Zielvorstellung für eine planerische Entwicklung dieser Flächen formuliert: Das Areal soll in ein gemischt genutztes Stadtquartier mit Wohnraum, Dienstleistung, Nahversorgung und Gewerbe sowie Grünflächen umgewandelt werden. Die Planungen sollen stufenweise realisiert werden, um Marktentwicklungen und Mietbindungen bestehender Gewerbebetriebe berücksichtigen zu können.

Rahmenvereinbarungen
Im Jahr 2004 gab es eine erste Rahmenvereinbarung zur Entwicklung der ehemaligen Bahnflächen in Nürnberg. Im Nachgang hierzu wurden umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Auf dieser Basis erstellte das Planungsbüro AS&P ein Konzept, welches die stufenweise Entwicklung des Areals in Modulen vorsieht. Hierauf gründet sich die im April 2014 unterzeichnete „Vereinbarung zur städtebaulichen Entwicklung Brunecker Straße“, in deren Folge die nächsten Schritte für eine Bebauung der Flächen angestoßen wurden. Die Entscheidung des Freistaats Bayern, die neue Technische Universität Nürnberg (TUN) auf dem Areal anzusiedeln, und die damit einhergehenden Änderungen an der Rahmenplanung haben auch eine Fortschreibung der Rahmenvereinbarung erforderlich gemacht. Diese wurde im August 2018 unterzeichnet.

Wettbewerbsverfahren zum Gesamtareal
Ende November 2014 lobte die Aurelis in Abstimmung mit der Stadt Nürnberg einen Wettbewerb als nichtoffenen, städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb für das Gesamtareal und als Planungswettbewerb für das Modul I aus. Das Wettbewerbsergebnis soll die Grundlage für eine städtebauliche, landschaftsplanerische, naturschutzrechtliche, verkehrstechnische, schallschutztechnische und wirtschaftlich tragfähige Neustrukturierung des Areals bilden. Nach Kolloquien im Dezember 2014 und im Februar 2015 sowie einer Überarbeitungsrunde der drei bestplatzierten Büros wählte das Preisgericht des Wettbewerbs am 30. Juli 2015 einstimmig die Arbeit des Büros West 8 aus und empfahl, dieses Büro mit der städtebaulichen Rahmenplanung zu beauftragen. Im Einvernehmen mit der Stadt Nürnberg ist dies im August 2015 erfolgt.

Abb. 24

GALERIE

  GALERIE  

VERANSTALTUNGEN

  VERANSTALTUNGEN  
Enge Einbeziehung der Bürge­rinnen und Bür­ger
Seit Ab­schluss der Rah­menver­einbarung mit der Stadt Nürnberg im Jahr 2014 ha­ben alle Bürge­rinnen und Bür­ger regelmäßig Gelegenheit, sich in den Planungs­prozess einzubrin­gen. Ob formel­le Aus­legung mit der Möglichkeit zur Stellungnah­me, Ortbegehung oder In­formati­ons­ver­an­stal­tung – der Ge­sprächsfaden soll nicht ab­reißen.

Erfolgreiche Bürgerveranstaltung im Z-Bau
Knapp 200 in­ter­es­sier­te Bürge­rinnen und Bür­ger ha­ben sich am 24. November 2015 aus ers­ter Hand von Stadt, Au­relis, Jury und Preis­trä­ger über den aktuel­len Stand der Planun­gen in­formie­ren las­sen. Insbesonde­re das Planungs­büro West 8 hat sei­ne Pläne aus­führlich erläu­tert. In der an­schließen­den Diskussi­on blieb kei­ne Fra­ge offen. Planungs- und Bau­referent Ulrich gab zudem den Start­schuss für die E-Partizipati­on der Stadt Nürnberg zu diesem Pro­jekt.
Unter www.neuersueden.nuernberg.de kön­nen sich die Bürger online beteiligen.

Download Informationsflyer „Nürnbergs neuer Süden - ein neuer Stadtteil entsteht“



Ver­an­stal­tun­gen zur Wettbewerbsvorbe­rei­tung
In Vor­be­rei­­­tung der Aus­­­lo­bung des Wett­be­werbs im Jahr 2014 ha­­­ben die Stadt und Au­re­lis Ex­per­ten­work­­­shops zu den The­menschwer­punk­­­ten (1) Im­mo­bi­li­en­­­wirt­schaft, (2) Ver­kehr/Lärm und (3) Frei­raum/Na­tur- und Ar­ten­­­schutz/Bo­den­ma­na­ge­ment/Ener­gie durch­­­geführt. Un­abhängi­ge Gut­ach­­­ter und Ver­tre­­­ter der Fachäm­­ter der Stadt Nürn­berg ha­­­ben ihr Know-how zu den ein­zel­nen The­men bei­ge­­­steu­ert. In ei­ner wei­te­ren Ver­an­stal­­­tung wur­de die Öff­ent­lich­keit im Rah­men ei­nes Bür­­ger-Work­­­shops ein­be­zo­gen. Die Er­geb­nis­se bei­der Work­­­shops bil­den die Grund­la­ge für die Wett­be­werbs­aus­lo­bung.

Download Dokumentation Bürgerveranstaltung




Erste Run­de des Wettbewerbs
Mit der Preis­ge­richts­sit­zung am 24. April 2015 wur­de der städte­bau­li­che und land­schafts­pla­ne­ri­­­sche Wett­be­werb ab­ge­schlos­sen. Die drei Sie­ger­­­entwürfe wur­den vom 7. Mai bis 21. Mai 2015 im Quel­le-Are­al und im An­schluss noch bis 29. Juni 2015 am Auf­­seßplatz der Öff­ent­lich­keit präsen­tiert.
Der Wettbewerb wurde von der Au­relis vollständig dokumentiert.
Die Ent­scheidung
Am 30. Juli 2015 kam das Aus­­wahlgremium für die Übe­r­arbei­­tungs­­run­de der drei Sieger­­entwürfe zu­­sammen. Ein­­stimmig ent­­­schied man sich für den Ent­­wurf des Büros West 8 als Sie­­ger die­­ser Run­de.
Auch die­se Übe­r­arbei­tung wurde von der Au­relis vollständig dokumentiert.

Download Dokumentation Entscheidung


Auslegung und Erörterung
Im Juni 2016 hatten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit im Rahmen der öffentlichen Auslegung Stellung zu den Planungen zu nehmen. Diese Stellungnahmen wurden im Rahmen des Verfahrens abgewogen und haben auch zu verschiedenen Anpassungen und Verbesserungen der Planungen geführt.

Im Dezember 2018 kommt es zur Auslegung der Bebauungsplanung für das sog. Modul I „Südlicher Hasenbuck“. Erneut haben die Bürger Gelegenheit zur Stellungnahme, bevor die Planung dann vom Stadtrat beschlossen wird.

Bürgerverein
Mit dem Bürgerverein Hasenbuck besteht ein enger Austausch. Regelmäßig wird dort zum Projekt berichtet und über die Planungen diskutiert.

Beirat
Zur Sicherung der hohen Qualität des Wettbewerbs und seiner Ergebnisse sind die Stadt Nürnberg und Aurelis der Empfehlung des Preisgerichts gefolgt, einen Beirat zur weiteren Begleitung der Planungen einzusetzen. Der Beirat wird jeweils zu den einzelnen Planungsschritten eingebunden. Seine Empfehlungen werden nicht nur der Aurelis, sondern auch dem Stadtrat vorgelegt. Der Beirat tagte im Juli 2016 ausführlich zur Rahmenplanung. Er unterstützt die vorgelegten Ergebnisse und fordert einen gestalterischen Rahmen für das geplante differenzierte Angebot an Gebäudetypen und Wohnformen sowie weitere Elemente der Qualitätssicherung.

Augenmerk wurde auch auf die Bebauung der Parkränder gelegt, die als höhere Raumkante ausgebildet werden könnten. Urbane Dichte und kleinteilige urbane Nutzungen in den Erdgeschossen seien in der Planung noch zu betonen. Am 4. Mai 2018 kam der Beirat erneut zusammen, um über den Vorentwurf des Bebauungsplans für Modul I, die Parkplanung sowie die durch die neue Technische Universität Nürnberg geänderte Rahmenplanung zu beraten. Die Planungen werden insgesamt als gute und konsistente Weiterentwicklung des Wettbewerbsergebnisses angesehen. Der Beirat erachtet Wettbewerbe für öffentliche Bauten und gastronomische Nutzungsoptionen im Erdgeschoss für lebendige Wohngebiete und hohe städtebauliche Qualität als sinnvoll. Der bisher erarbeitete Gestaltungsleitfaden wird als wichtige Vorgabe und Ergänzung zu den Regelungen des Bebauungsplans angesehen. Auch die Parkplanung wird sehr positiv und als besonders ideenreich aufgenommen.

Wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen und Work­­shops wer­den wir hier auch in Zu­kunft für Sie zu­sam­men­fas­sen.

WETTBEWERB

  WETTBEWERB  
Abb. 30: Modul I, Planansicht
Um für die­ses Stadt­ent­wick­lungs­­vor­ha­­ben ein ge­eig­ne­tes Pla­nungs­­kon­zept zu er­hal­­ten, hat Au­re­lis 2014 in en­­ger Ab­­stim­mung mit der Stadt Nürn­berg ei­nen städte­bau­li­chen und land­schafts­pla­ne­ri­­schen Wett­be­werb aus­­ge­lobt. Ziel des Wett­be­werbs­ver­fah­rens war ein Pla­nungs­­kon­zept, das ho­he An­sprüc­he an die Stadt­ge­stal­­tung mit öko­lo­gi­­schen The­men ver­bin­det. Die­ses Kon­zept soll dann die Grund­la­ge für die an­sch­ließen­de Bau­leit­pla­­nung wer­den.

Download der Wettbewerbsauslobung

Weit­läufi­ge Grünzüge sol­len das neue Stadt­ge­biet mit den be­nach­­bar­­ten Sied­lun­gen und Grün­f­läc­hen ver­bin­den. In­ner­halb die­­ser Vor­ga­­ben wer­den ein­zel­ne Teil­f­läc­hen, al­so Mo­du­le, de­fi­niert, die un­abhängig von­ein­an­der mit un­ter­­schied­li­chen Nut­zun­gen ent­­wi­ckelt wer­den können. Die Pla­nun­gen sol­len stu­fen­wei­se rea­li­siert wer­den, um Markt­ent­wick­lun­gen eben­so wie die Miet­bin­dun­gen be­ste­hen­der Ge­wer­be­be­trie­be berück­sich­ti­gen zu können.

Die­­ser Wett­be­werb lief von No­vem­ber 2014 bis April 2015. In der Preis­gerichts­sitzung am 24. April 2015 wur­den alle Wett­bewerbs­arbeit­en be­spro­chen, bewertet und drei Preis­trä­­ger gekürt. Die Au­relis hat diesen Wett­be­werb aus­­führlich doku­­men­tiert.

Download Dokumentation Wettbewerb

Die drei Sie­ger­­entwürfe wur­den bis En­de Ju­li 2015 über­ar­bei­tet. Das Aus­wahlgremium hat in sei­ner Sitzung vom 30. Juli 2015 ein­stimmig folgen­de Reihung beschlos­sen:


1. Rang: West 8 ur­ban de­si­gn & landscape ar­chitectu­res, Rot­ter­dam
2. Rang: AS­TOC, AR­CHITECTS AND PL­AN­NERS, Köln; re­al­grün Landschafts­ar­chitek­ten, Mün­chen
3. Rang: Schel­lenberg + Bäumler Ar­chitek­ten, Dresden; Adler & Olesch Landschafts­ar­chitek­ten, Nürnberg

Auch die­se Übe­r­arbei­tung hat Au­relis aus­führlich dokumentiert.

Download Dokumentation Entscheidung

Mit dem Ent­­wurf von West 8 als Grundla­ge ha­ben im Herbst 2015 die Ar­bei­­­ten zum städte­bau­li­chen Rah­men­plan (Fläc­hennutzungs­plan) für das Are­al begonnen. Mit der im Mai 2016 begonnenen Bebauungs­pla­nung sol­len Bau­ab­schnit­te de­fi­niert, be­plant und rea­li­siert wer­den, die sich am kon­kre­­­ten Be­darf und der Nach­­­fra­ge ori­en­tie­ren. So wurde ent­­­spre­chend der ge­plan­­­ten stu­fen­wei­sen Ent­­­wick­lung für Teil­be­rei­che des Ge­samt­a­re­als (z. B. für das Mo­dul I, die Wohn­be­bau­ung) als erstes mit der Bau­leit­pla­­­nung für das Gebiet des südlichen Hasenbuck be­gon­nen. So­bald die­se ab­ge­schlos­sen ist, kann ge­baut wer­den. Selbst­verständ­lich beziehen wird in diese Verfahren immer wieder die Öff­ent­lich­keit ein – über die Bürgervereine, Veranstaltungen und Informationen.

Download Vorstellung der Rahmenplanung